Pievox  Information


Über Kondensator-Klang  und Bypaß Kondensatoren

Mythen und Märchen  rund um den Globus

Einer aus USA erzählt:
Tantalum capacitors just don't sound good to my ears.  I just avoid them.
I have also gone the extreme route and bought expensive Roedersteins and put them in a cheap Radio Shack amp
to see what good they did. Yes it did sound better.

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Ja was soll man da sagen ?

Glaube kann Berge versetzten ?
Ich habe meine Meinung - belästigen sie mich nicht mit Fakten ?
Ich habe soviel Geld dafür bezahlt , das MUSS besser klingen.?

Mir ist klar, ich kann nie beweisen, daß es einer NICHT hört.
Genausowenig  wie der, der es angeblich hört, beweisen kann, daß er es tatsächlich hört, und nicht der Tinnitus ihm etwas vorspielt.

Ich kann nur Argumente liefern, für die, die ES nicht hören,  warum hier tatsächlich NICHTS  zu hören ist.



Fakt ist:
Innerhalb einer Gegenkopplungsschleife würden die, durch einen Kondensator verursachte Verzerrungen, ausgeregelt werden.
Denn das Prinzip des gegengekoppelten Verstärkers besteht eben darin, die Ausgangsspannung -
oder einen Teil davon bei Verstärkungsfaktor >1, 
mit der Eingangsspannung zu vergleichen - und alles andere auszuregeln.
Daher rührt auch die Klirr-Verminderung.


Zwischen den Stufen als Koppelkondensator:
Der Koppelkondensator hat in der Regel eine Größe, um eine sehr tiefe untere Grenzfrequenz zu erreichen. 1...3Hz .

D.h. bei dieser Frequenz ist der Betrag des "kapazitiven Blindwiderstands" gleich dem realen Eingangswiderstand.



Schema  des Koppelkondensators C1  mit Bypaß-Kond. C2
Frequenzgang bei Grenzfrequenz

Bei der sog. Grenzfrequenz ist die Spannung über dem Kondensator gleich der Spannung über dem Eingangswiderstand.
Weil die Spannung über dem Kondensator 90 grad in der Phase verschoben ist, ist die Eingangsspannung nicht auf 50% abgesenkt, sondern auf 70,7% = -3dB

Jetzt zum Kondensatorklang:

Angenommen,  durch Unlinearität des Kondensators in der Größe von 10% der Kondensatorspannung würden Oberwellen erzeugt.
Die Leistung der Oberwellen wäre
1/10 der Spannung,  damit eine Leistung von 1/100 der Nutzleistung.

Tatsächlich ist die Verzerrung durch einen Kondensator nur mit Generatoren mit geringstem Eigenklirr überhaupt meßbar.
Die Messung ergibt angenommen eine Verzerrungs-Spannung von z.B.  0,001 %  = 10^-5     
Die Leistung ist wieder das Quadrat wäre dann 10^-10 also  bei einer  Ton-Leistung von 1W im Nanowatt -Bereich.

Und der Bypass? Reißt es der jetzt raus?
Eher nicht.  Denn der Anteil des Bypaß-Kondensators ist strommäßig  1/10 des Koppelkondensators,
erzeugt damit nur 1/100  = 1% der Leistung, die vom Koppelkonensator entsteht.

Wenn die Verzerrung im Koppelkondensator aber eh schon mikroskopisch ist, was soll da ein 1% durch den Bypass -Kond noch ausrichten ?

Aber es kommt noch besser
Bisher war die Annahme, die Meßfrequenz ist die Grenzfrequenz, bei der der Kondensator ja doch eine erhebliche Impedanz hat.
Nur kein Mensch hört 1,5Hz

Also zu 15Hz:  Bei höherer Frequenz wird diese Impedanz kleiner und damit auch logischerweise die Möglichkeit etwas zu beeinflussen.
Z.B. bei 10facher Grenzfrequenz  ist der sog Blindwiderstand  des Kondensators  auf 1/10 reduziert,


Frequenzgang bei 15Hz  =  10 facher  Grenzfrequenz


Damit würde hier - wieder 1/10 als Störung angenommen  = 1/10 der Spannung * 1/10 Störung ergäbe  Spannungsmäßig  1/100  der Tonspannung
damit eine Leistung von 1/10.000 der Nutzleistung als Veränderung. Bei 1W Tonleistung wären das.100uW


Bei diesen Frequenzen ist der Verzerrungsgrad der Lautsprecher im Bereich von 10%, das ist auch der Grund,
weshalb so gut wie nie Klirr-Diagramme der Lautsprecher veröffentlicht werden.


Betrachten wir die Sache in einem oberen Frequenzbereich,  in dem die maximale Empfindlichkeit das menschlichen Ohres liegt:  1kHz... 3kHz


Situation der Kondensatorspannung  bei 3 kHz


Bei der 1000-fachen Frequenz der Grenzfrequenz - also 1000 ... 3000Hz - ist der Betrag des kap. Blindwiderstandes
auf 1/1000 vom Wert bei der Grenzfrequenz gesunken, damit würde hier - wieder (unrealistische ! ) 1/10 als Störung angenommen -
1/10.000 * 1/10.000 der Spannung - eine Leistung von 1/10^8 der Nutzleistung als Verzerrung entstehen.

Diese  Beispielrechnung geht von unrealistischen 10% Verzerrung de Kondensators aus 
Real ist die Verzerrung eines Kondensators bei 0,001% -  1/ 10.000 ,  damit die Leistung aus der Verzerrung auch um das Quadrat = 10* 10 ^-6  geringer.
Also ein Nichts, verglichen mit der Unlinearität des Lautsprechers - und auch der Luft.. Ja die Luft ist unlinear.

Der Anteil des Bypaß-Kondensators -  --- das erspare ich mit jetzt, die ganzen  Nullen hinzuschreiben.

Ich werde nie jemanden Überzeugen, der behauptet, es zu hören.
Aber die , die keinen Unterschied hören, wissen jetzt, daß sie nicht zum Ohrenarzt müssen.



Ich höre aber einen Unterschied - sagen Sie.
Da kann ich nur dagegen sagen, daß es in der Medizin den Effekt des Phantomschmerzen gibt.

Unbestritten kann man meßtechnisch Unterschiede im Lade- und Speicherverhalten von verschiedenen
Kondensatortechnologien im Verhalten an Impulsen erfassen.

Nur - dieser Anwendungsfall ist nicht mit dem Anwendungsfall im Audio-Verstärker als Koppelkondensator
oder zur Frequenzgangsbeeinflussung vergleichbar.

Ja, sagen jetzt die Kondensatorhörer, Musik ist kein Sinus, sondern sehr Impulsbehaftet.
Das stimmt ohne Zweifel.

Gut - Rauschen kommt dem sehr nahe und deshalb hier zwei Vergleichsmessungen :
Das Spektrum direkt  und die untere Linie - nach dem Kondensator.
Verglichen wurden ein 10uF TA  und ein 10uF AL Panasonic FC .
Beide Elkos ohne Vorspannung - also die Betriebsart, bei der sie angeblich besonders schlecht klingen.
Gemessen wurde das Signal vom Ausgangs links an den beiden Kanälen der Terratec  Phase 26 
Ein Kanal erhält das Direkt-Signal, der andere Kanal  über den "Kondensator" und einen 10k Widerstand zur Unterscheidung der Kanäle .
Die Eingangs impedanz der Phase 26 beträgt ca. 10k , deshalb  die 6dB Pegelunterschied .

Ergebnis - nichts, was einen Klangunterschied erklären könnte

TA 10uF Polung 1


TA 10uF Polung 2


TA 10uF Polung 1


TA 10uF Polung 2





Zurück zur sehr unwahrscheinlichen Klangveränderung durch Kondensatoren:

Diese Überlegungen gelten übrigens auch für die High Endigen Bypaß Kondensatoren.

Es ist technisch nicht nachvollziehbar,
weshalb ein minimaler Strom (Bypaß Kond haben in der Regel
nur 1% der Kapazität, über der sie eingesetzt werden)
den "Klang" der Schaltung derart hörbar verändern könnte.


Und so wie bereits bei den Koppelkondensatoren ausgeführt, gilt auch hier,
daß 1/100 des Stromes zu einer Leistung 1/10.000 führt , also
bei z.B. 10W am Lautsprecher  beträgt  die Leistung,  die aus dem Strom über den Bypaß-Kondensator stammt, 1mW !


Kein meßtechnischer Nachweis
-
Wäre wirklich eine Verbesserung in irgendeiner Form erkennbar,
kann man durchaus annehmen, daß das bei den ehemaligen Großen der
Meßtechnik in deren Konstruktionen Eingang gefunden hätte.



Jetzt klingts besser. Jetzt ist es High End. Man muß es nur glauben....
Eine  verschandelte Revox B77.