Pievox  Information


Über Kondensator-Klang  und Bypaß Kondensatoren

Mythen und Märchen  rund um den Globus
Einer aus USA erzählt:
Tantalum capacitors just don't sound good to my ears.  I just avoid them.
I have also gone the extreme route and bought expensive R0dersteins and put them in a cheap Radio Shack amp
to see what good they did. Yes it did sound better.

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Ja was soll man da sagen ?

Glaube kann Berge versetzten ?
Ich habe meine Meinung - belästigen sie mich nicht mit Fakten ?

Fakt ist aber :
Innerhalb einer Gegenkopplungsschleife würden die, durch einen Kondensator verursachte Verzerrungen, ausgeregelt werden.
Denn das Prinzip des gegengekoppelten Verstärkers besteht eben darin, die Ausgangsspannung -
oder einen Teil davon bei Verstärkungsfaktor >1, 
mit der Eingangsspannung zu vergleichen - und alles andere auszuregeln.
Daher rührt auch die Klirr-Verminderung.


Zwischen den Stufen als Koppelkondensator:
Der Koppelkondensator hat in der Regel eine Größe, um eine sehr tiefe untere Grenzfrequenz zu erreichen. 1...3Hz .

D.h. bei dieser Frequenz ist der Betrag des "kapazitiven Blindwiderstands" gleich dem realen Eingangswiderstand.

Angenommen, es gäbe einen Unterschied in der Größe von 10% des kap. Blindwiderstands, würde hier - bei dieser Frequenz ! -
ein 1/10 der Spannung damit eine Leistung von 1/100 der Nutzleistung als Veränderung entstehen.


Bei der 10-fachen Frequenz - also 10..30Hz - ist der Betrag des kap. Blindwiderstandes
auf 1/10 vom Wert bei der Grenzfrequenz gesunken, damit würde hier - wieder 1/10 als Störung angenommen
1/10 * 1/10 der Spannung - eine Leistung von 1/10.000 der Nutzleistung als Veränderung entstehen.

Bei diesen Frequenzen ist der Verzerrungsgrad der Lautsprecher im Bereich von 10%, das ist auch der Grund,
weshalb so gut wie nie Klirr-Diagramme der Lautsprecher veröffentlicht werden.

Weiter über die eigentliche Unmöglichkeit des "Kondensatorklangs" :

Betrachten wir die Sache in einem Frequenzbereich,
in dem die maximale Empfindlichkeit das menschlichen Ohres liegt:  1kHz... 3kHz

Bei der 1000-fachen Frequenz der Grenzfrequenz - also 1000 ... 3000Hz - ist der Betrag des kap. Blindwiderstandes
auf 1/1000 vom Wert bei der Grenzfrequenz gesunken, damit würde hier - wieder 1/10 als Störung angenommen -
1/10.000 * 1/10.000 der Spannung - eine Leistung von 1/10^8 der Nutzleistung als Verzerrung entstehen.

Zur Verdeutlichung : Das wäre 1µW Störleistung bei einer Signal-Leistung von 100W.
Und das bei 1000Hz ... 3000Hz !

Ich höre aber einen Unterschied - sagen Sie.
Da kann ich nur dagegen sagen, daß es in der Medizin den Effekt des Phantomschmerzen gibt.

Unbestritten kann man meßtechnisch Unterschiede im Lade- und Speicherverhalten von verschiedenen
Kondensatortechnologien im Verhalten an Impulsen erfassen.

Nur - dieser Anwendungsfall ist nicht mit dem Anwendungsfall im Audio-Verstärker als Koppelkondensator
oder zur Frequenzgangsbeeinflussung vergleichbar.

Ja, sagen jetzt die Kondensatorhörer, Musik ist kein Sinus, sondern sehr Impulsbehaftet.
Das stimmt ohne Zweifel.

Gut - Rauschen kommt dem sehr nahe und deshalb hier zwei Vergleichsmessungen :
Das Spektrum direkt  und die untere Linie - nach dem Kondensator.
Verglichen wurden ein 10uF TA  und ein 10uF AL Panasonic FC .
Beide Elkos ohne Vorspannung - also die Betriebsart, bei der sie angeblich besonders schlecht klingen.
Gemessen wurde das Signal vom Ausgangs links an den beiden Kanälen der Terratec  Phase 26 
Ein Kanal erhält das Direkt-Signal, der andere Kanal  über den "Kondensator" und einen 10k Widerstand zur Unterscheidung der Kanäle .
Die Eingangs impedanz der Phase 26 beträgt ca. 10k , deshalb  die 6dB Pegelunterschied .

Ergebnis - nichts, was einen Klangunterschied erklären könnte

TA 10uF Polung 1


TA 10uF Polung 2


TA 10uF Polung 1


TA 10uF Polung 2





Zurück zur sehr unwahrscheinlichen Klangveränderung durch Kondensatoren:

Diese Überlegungen gelten übrigens auch für die High Endigen Bypaß Kondensatoren.

Es ist technisch nicht nachvollziehbar,
weshalb ein minimaler Strom (Bypaß Kond haben in der Regel
nur 1% der Kapazität, über der sie eingesetzt werden)
den "Klang" der Schaltung derart hörbar verändern könnte.


Und so wie bereits bei den Koppelkondensatoren ausgeführt, gilt auch hier,
daß 1/100 des Stromes zu einer Leistung 1/10.000 führt , also
bei z.B. 10W am Lautsprecher  beträgt  die Leistung,  die aus dem Strom über den Bypaß-Kondensator stammt, 1mW !


Kein meßtechnischer Nachweis
-
Wäre wirklich eine Verbesserung in irgendeiner Form erkennbar,
kann man durchaus annehmen, daß das bei den ehemaligen Großen der
Meßtechnik in deren Konstruktionen Eingang gefunden hätte.



Jetzt klingts besser. Jetzt ist es High End. Man muß es nur glauben....
Eine  verschandelte Revox B77.