Pievox  Information

            Gedanken zur Entscheidung - Tonbandgerät - oder besser nicht?
  

Braucht man eigentlich heutzutage ein Tonbandgerät ?
Ein Leben ohne Tonbandgerät ist möglich....
na ja, sinnlos ist es nicht , aber
schöner ist es schon mit den drehenden Spulen.

Sagt der Liebhaber, der sich einen alten Jugendtraum erfüllt.

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Nach nun 50 Jahren Erfahrung mit Revox und Studer- Tape recordern habe ich mal paar Punkte zusammengefaßt:
    Da ich selbst keine Geräte verkaufe, kann meine Beratung neutral und nur an der Technik orientiert sein.

Soll man sich einen Revox Tape - Recorder kaufen oder eine günstige Studer Maschine?

Ich gebe zu bedenken:
1. Der Kauf-Preis des Gerätes ist nur die Zahlung, um den Apparat dann bei sich stehen zu haben.
2. Die eigentlichen Kosten kommen, wenn mal "was ist" oder Ersatzteile nötig sind.
    - Revox A77 / B77 PR99  ist technisch einfach und sehr weit verbreitet, damit sind Ersatzteile kein Problem auch Köpfe und Rollen.
    - Studer : Gerade die Geräte mit Computer  - sind nur von Profis zu Warten und doch recht komplex.
    Die Geräte haben Funktionen für den Studiobetrieb, die der Heimanwender nie nutzt
    Die Ersatzteillage ist sehr unterschiedlich - manche Teile sind sehr rar und entsprechend teuer (Köpfe).
    - Studergeräte A80 - B62 - B67 sind ohne Computersteuerung - für die Ersatzteillage gilt vorerwähntes.
   
Generell: Profigeräte klingen nicht besser oder zeigen bessere Meßwerte !
Der Hauptunterschied ist die Stabilität über Jahre, dazu Bandzugregelungen um auch Spulen verschiedenster Größe
auf dem Gerät optimal laufen zu lassen.

Amateurgeräte - Großspuler sind für diese Spulengröße ausgelegt - und nur diese Spulen !
Die Umschaltung der Spulengröße ist nur eine Hilfsmaßnahme.
Bei Studer Profigeräten sind die Kopfspiegel direkt zugänglich - um sie sauber zu halten,
was bei Amateuergeräten dem Design geopfert wurde um die Wohnzimmertauglichkeit zu erreichen.

Auch die Kopfspiegel der Amateuergeräte müssen sauber sein, nur ist es da etwas umständlicher .
Deshalb das Gerät idealerweise so hoch stellen, daß die Köpfe in Augenhöhe sind, das ist auch zum Bandeinfädeln von Vorteil.

IEC oder NAB? Die oft gestellte Frage der "besseren" Entzerrung.
Wichtig bei der Betrachtung ist auch, ob die Aussteuerung mit VU - Metern oder PPM ( peak progrm meter - Spitzenwert-Anzeiger) erfolgt.
Bei 38cm/s  (15ips) ist die Antwort klar und ohne Zweifel  IEC im Vorteil bei der Benutzung "moderner" Bänder wie SM468 / SM911
Bei 19cm/s (7 1/2 ips) ist im Amateuerbereich - auch gerade  jap. Geräte  - die normale Norm NAB .
Hier ist das Rauschen etwas geringer als bei IEC  19cm/s - aber
bei aggressiver Aussteuerung mit VU - Meter gerät man durch die NAB eigene Anhebung der tiefen Töne - die man am VU - Meter nicht sieht !-
in die Gefahr der Intermodulation, was sich in "unsauberen" Höhen hörbar macht.

Insofern ist IEC sicherer, hier werden keine Tiefen angehoben.

9,5cm/s  ist eher für Hintergrundbeschallung geeignet.
Das ist den erheblichen Preis der Bänder nicht Wert. Da kann man auch Cassetten nehmen oder MP3 .

Halbspur oder Viertelspur ?
Für gute HIFI - Anwendung zu Hause halte ich 19cm/s  (7 1/2 ips) und Halbspur  für Optimal.
Eine 26cm Bandrolle läuft ca. 1h, das ist für den normalen Anwender eine Laufzeit die für
das Hören guter Musik ausreichend sein sollte. Dann läßt die Konzentration eh nach.

Nachteilig bei Viertelspur halte ich die ewige Wickelei, was für das Band nicht von Vorteil ist.
Den leicht geringeren Geräuschabstand und die geringere Konstanz in den Höhen wird man erst bei kritischer Musik
und längerer Lagerzeit der Bänder wahrnehmen.

Dolby-Geräte ? 
Eher nicht, außer 9,5cm/s und Viertelspur, aber hier stellt sich Frage , ob man für diese reduzierte
Tonqualität  den Aufwand treiben soll, mit der ewigen Wickelei, was für das Band nicht von Vorteil ist.

Schmetterlingsköpfe
Sehr teuer im Ersatz bei geringem Vorteil im Heimbereich.

Wer macht guten Service?
Ja, das ist so eine Sache. Ich gebe keine direkten Empfehlungen mehr, aus folgendem Grund:
Einige Anfrager haben sich als "Schwierige Kunden" entpuppt, die Werkstätten gegeneinander auspielen wollten.
Deshalb gebe ich keine Empfehlung mehr an unbekannte Anfrager.

Nur soviel:
Sie werden ein Bündel grüner Euroscheine dort lassen.
Deshalb dürfen sie sich den Reparateuer schon genauer ansehen.
Es sind doch einige Glücksritter unterwegs, die hier das schnelle Geld wittern .
Wichtig ist, die HIFI- und High End - Selbstdarsteller  von wirklichen Fachleuten zu unterscheiden.

Fragen Sie deshalb, wie lange es den Betrieb gibt, und was er vorher gearbeitet hat.
Nicht von guten großen Namen blenden lassen, sondern eher genauer hinschauen.

Wenn Sie selber vom Fach sind:
Machen Sie ein Bild von der Fachkompetenz dessen, der an ihrem Gerät arbeiten wird.
Schauen sie sich den Reparateur an und lassen sie ihn erzählen, was er mit ihrem Gerät anstellen wird.
Machen Sie ein Foto von ihren Gerät innen - vor der Reparatur und nachher -
Wenn es nachher aussieht wie eine Ansammlung von Kondensatoren auf der Leiterseite der Platinen
zahlen Sie für etwas, was sie garantiert nicht hören werden.

Noch paar Tips:
Reklamieren sie mal, und schauen sie, was zurückkommt ... Ein "echter" Techniker kann auch da freundlich bleiben...

Sie können auch die Frage stellen, ob er "Pievox" kennt und was er davon hält ..... dann wissen Sie was ich meine...

Oder fragen Sie über den Wert von Bypass-Kondensatoren, runden Leiterbahnen und High End Kabeln im Gerät...
Wenn dann irgendwelche High - End Phrasen kommen - schnell weg.

Ein Tonbandgerät ist systembedingt kein High End.
Zu viele Eigenschaften des "Offenen Systems Tonband" wie Wow and Flutter, dropout, Schlupf und
letztendlich die Verzerrungen des Bandes selbst sind Qualitätsmindernd.
Das Tonbandgerät wurde ja damals nicht verwendet, weil es so gut war, sondern es gab einfach nichts Besseres.



Resumee:
Für gute HIFI Anwendung zu Hause halte ich 19cm/s (7 1/2 ips) und Halbspur  für Optimal.
ohne Schnickschnack wie Dolby

Ein optimal justiertes Halbspur-Gerät auf eine spezifischen Bandsorte bei 19cm/s  hat keinen Eigenklang.
Im besten Sinne ist es transparent. Output = Input .
Es klingt nicht besser oder (viel) schlechter als das Original.

Alles, was nicht eingebaut ist, kann nicht kaputt gehen.
Das Wesen der Tonbandgeräte ist grundsätzlich einfach
und die Geräte können noch weitere 20 Jahre mit Spaß betrieben werden, solange das Bandmaterial hält.

Wenn - kein Computer eingebaut ist !
Diese Steuerungselemente - bei Studer-Geräten - sind nun doch auch mindestens 30.. 40 Jahre alt - und haben
eine begrenzte Lebensdauer.
 Und wenn dann mal "was ist" - gibt es KEINE Ersatzteile mehr.
Wenn ich mir die Hilferufe und sonstigen Fragen in internationalen Insider-Foren anschaue,
 ist in den meisten Fällen ein Problem mit der Steuerung.
Im einfachsten Falle ist die Backupbatterie defekt.
In anderen Fällen hat man ein größeres Problem, das mit Glück irgendwann gelöst werden kann.
Wenn nicht - dann Altmetall.