Pievox Information

Copyright  by  Ernst Schmid, München

Zur immer wiederkehrenden Frage:       Welche Revox ist besser:   A77 oder  B77 ?


Ja, in welchen Aspekten?
Klar ist - die A77  MK II  ist "die Revox" . Ohne Schnickschnack wie Dolby und in der Standard Speed 9,5 /19 cm/s.

Ja,  die  A77 hat paar Marotten:
    Der Ein-Ausschalt- Bumms am Line out - dafür gibt es Abhilfe -->   Pievox  A77_MUTE
    Der VU meter - Schlenz beim Ein-Ausschalten  - auch dafür gibt es Abhilfe.
-->   Pievox  A77_MET
    Daß man immer auf die Stellung des Balance Pot achten muß, auch bei Verwendung der Line out  Buchsen -  auch dafür gibt es Abhilfe. *1

Sicher ist - die B77 ist Neuer - hat damit (prinzipiell) mehr Potential - aber eigentlich ist ein funktionierendes Consumergerät im Alter von
35 Jahre oder 40 Jahren (B77)  oder  50 .. 55 Jahren (A77) schon ein Fall fürs Museum.
So nicht bei Revox A77 / B77 / PR99 .

Dolby A77  /  B77
Meiner Erfahrung nach braucht man bei 19cm/s  + Halbspur - egal ob IEC oder NAB - kein Dolby.
Der Rauschabstand ist hier bereits so gut, daß man eher das Rauschen des UKW Rundfunks hört (die interessanten Sender sind immer die mit der geringsten Feldstärke und
direkt neben einem Krawallsender) oder das Rauschen und Knistern der Platten.

Anders bei Viertelspur und 9,5cm/s, da bringt Dolby meßtechnisch tatsächlich geringeres Rauschen, aber zum Preis einer Klangveränderung.
Das ist dann schon zweimal kein HIFI und den Preis des Bandmaterials nicht wert. Dazu kommt die ewige Wickelei, die dem Band nicht gut tut.

Zudem kommt die für Dolby nötige Abgleicherei beim Wechsel des Bandmaterials, was aber nur eine Anpassung des Magnetisierungs-Levels
bei 800 Hz bewirkt, aber keinen Ausgleich für den unterschiedlichen Bias-Bedarf für ausgeglichenen Frequenzgang. Alles halbe Sachen.

Wenn man keine bereits dolbysierten Bänder abspielen möchte, braucht man keine Dolby A77 / B77.


Ja  der Klang ... Mein Lieblingsthema.
Ich bin Techniker - und wenn die Geräte "transparent " eingestellt sind, heißt    Output = Input - GIBT ES KEINEN KLANGUNTERSCHIED: 
Wie auch?

Ja - aber die Transistoren und Elkos... höre ich den kondensatorhörenden High - Ender murmeln
Dazu bitte lesen:  Kondensatorklang.

Und die Verzerrungen - ja ganz schlimm...
Die Verzerrungen kommen hier und da und allerorten vom Band.
Das Band macht die Verzerrungen, weil hier Eisenoxid magentisiert wird, und das ist mal unlinear.
Bei beiden Geräten erstzt man sinnvollerweise  die seltsamen Revox Cinchbuchsen  ---- >  Pievox Ersatz Cinchbuchsen


Um es mal klar zu sagen:
Im Vergleich mit den Abtastverzerrungen ab Schallplatte ist das Verzerrungsverhalten des Bandes
wirklich nur bei extremer Übersteuerung relevant.

Nach nun über 50 Jahren in der magnetischen Schallaufzeichnung und mit Revox / Studer beschäftigt,
ist mein Statement: Wenn der Apparat von der Antriebstechnik perfekt funktioniert und
sauber eingemessen ist auf gutes Bandmaterial bei 19cm/s und Zweispur - ist die Tonbandwiedergabe transparent.
Keine Klangveränderung wenn die Aufnahme sauber ausgesteuert wurde, also die Möglichkeiten des Bandmaterials ausnutzt.

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*1 (Sinnvolle Modifikation: A77 Balance Pot stillegen, damit keine Irrtümlich verstellte Stereo balance
Das Pot war eh nur zweckmäßig bei eingebauten Lautsprechern oder wenn mit den internen Endstufen Monitor-Lautsprecher betrieben werden.
Ersatz durch 2x 2  12k Wid )



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