Ernst Schmid Elektronik München:
            Reparaturtips  für Revox-Geräte
    

 
"Allgemeine Tips"    bitte vorher lesen

Einmessen Thema


Die hier angesprochenen Punkte

Achtung: Warnung !
Nie ein Tonbandgerät auf die Frontseite legen, denn die Knöpfe, Potentiometer Tasten und
Bandspulenverriegelung sind für diese Belastung NICHT vorgesehn.


Welche Verbesserungen an den Geräten sind wirklich sinnvoll und hilfreich ?
    Also die Entscheidung :
  1.     - Museale Erhaltung - hier darf man eigentlich gar nichts ersetzen, da das Ziel ist, das Original zu erhalten.
  2.     - Betriebsmäßige Erhaltung des Gerätes in seiner äußeren Erscheinung, aber mit modernen Bauteilen und unsichtbaren Verbesserungen
  3.     - Als Bastelkiste, hier kann man alles machen, solange die elektrische Sicherheit gewährleistet ist.

Welche Ersatzteile soll man kaufen?

Über den Bandzug    bei Play und Wickeln bei Revox A77  in Standard-Version

Den Bandlauf  justieren  Den_Bandlauf_justieren

So kann man eine  A77 / B77 / PR99 Capstan-Steuerungsplatine außerhalb des Gerätes - auf dem Labortisch -
auf Funktion prüfen und vorjustieren

Das Elko-Thema  Aluminium (AL)  oder Tantal  (TA)  und worauf  es wirklich ankommt.

Fehler  und  Symptome:
A77 Bei Wickeln und Play  drehen sich die Wickelmotoren nicht mehr.
A77   Die Bandlauffunktionen sind nur aktiv, solange auf die Taste gedrückt wird.
A77  Band-Endabschaltung reagiert nicht:
A77  Band zeigt Schlaufenbildung rechts vom Capstan beim Start  von Play oder Record:
A77 Allgemeine Funktionsstörungen
A77  / B77  Zählwerk geht nicht
B77  Gleichlaufschwankungen
B77  Wenn die "Tape drive control"  Probleme macht
A77 / B77 / PR99 Capstan-Steuerungsplatine außerhalb des Gerätes - auf dem Labortisch - auf Funktion prüfen und vorjustieren

Kann man in den Rec Amps  25k Pot verwenden bei A77 und B77 statt der  20k Pot ?

Revox A77: Die seltsamen Elkos 125uF
und 1600uF auf dem Eingangsverstärker  und  Wiedergabeverstärkern

Ersatz  für die P-Ch Fet  P1078  /  P1228E  /  SPF316 / WP146 in Revox B77 und anderen Geräten.

Meßwerte zum Vergleich finden  Sie hier  technische Details A77 / B77 / PR99

Angeblicher Supertip : Änderung am Ausgangsverstärker der A77  - meine Zweifel....



Welche Verbesserungen an den Geräten sind wirklich sinnvoll und hilfreich ?

Alles, was den Bedienungskomfort erhöht und die Betriebssicherheit verbessert.          


Die Einschaltverzögerung für Revox A77     PIEVOX  -  A77_MUTE
Die A77 hat die Unsitte, beim Ein-  und Ausschalten einen riesen Spannungssprung am Line-out auszugeben.
Näheres auf der Seite Einschaltverzögerung Information

Unterdrückung  des extremen Zeigerausschlages  der VU Meter  beim Ein - und Ausschalten 
    der Revox  A77  (nicht Dolby !)  durch   Pievox   A77_MET
Diese Marotte ist weniger sicherheitsrelevant,  aber - es wird vermutet, daß es schon viele VU Meter gekostet hat,
denn der Kleber der Instrumente ist schon sehr spröde und oft genügen Transport und andere harte Stöße
( Zeigerausschlag)  um den Kleber brechen zu lassen - dann klemmt der Zeiger - ein neues VU Meter ist fällig .
Auch aus optischen Gründen ist ein unterdrückter Zeigerausschlag wünschenswert.


Und auf Kundenwunsch entwickelt  für A77 Dolby  - als Zubehör zur  PIEVOX - A77_MUTE:

        Eine kleine Platine A77-D_MMR  wird  auf dem Dolby-Baseboard  der A77 angebracht und per Kabel von der A77_MUTE gesteuert.
        Kein Zeigerausschlag mehr beim Ein- Ausschalten!
        Einbau Beschreibung   prelim_A77-D_MMR.pdf


Pievox Play Logik  für Revox A77
Aus Schnell Wickeln direkt auf Play schalten ...  so wie bei  der B77 und PR99
mit der Pievox A77  Play Logik möglich . Näheres auf der Seite  Playlogik Information

Pause memory  für A700,  B77  und PR99
An der Pause-Taste scheiden sich die Geister  und einiger Streit entzündete sich.

Richtig ist, man braucht sie nicht unbedingt.

Andererseits, wer sie nicht benutzt, wird nicht behindert, sie stört nicht.

Für den, der sie benutzen will , ermöglicht sie ganz pfiffige Methoden , z. B. an eine
Bandstelle  langsam heranwickeln, indem in Intervallen die Pause Taste gedrückt wird.

Der Hauptzweck ist aber, daß die Geräte in Rec Mode bleiben während der Pause.
Näheres auf der Seite  Pause Memory Information

Wichtig ist bei der  Original Pievox Pause-Memory, daß
sowohl von der Fernsteuerung per Kabel oder Infrarot als auch lokal an den Gerätetasten
die Pause aktiviert und deaktiviert werden kann.
Das ist nur mit der Pievox Pause Memory seit über 14 Jahren möglich.

Alle anderen mir bekannten Produkte verwenden eine Schaltung, daß die Remote entweder Priorität hat,
d.h.an den Tasten des Gerätes nicht deaktiviert werden kann, oder die Pause-Funktion per Remote nicht zu bedienen ist.


Da ich nicht jede Änderung der Konkurrenzprodukte verfolgen kann, gilt das für den Stand Anfang 2017.

Remote Adapter  für Revox B202 an A77
Näheres auf der Seite   Information Adapter


Was in meinen Augen Stilbruch und schnickschnack / bling bling  ist, ohne Sinn, nur Gag:

z.B. LED Counter in der A77
    Zur Zeit der A77 war die LED noch nicht erfunden,  damit ist eine solche zeitübergreifende Melange in meinen Augen Stilbruch .

    Zudem zählt dieser "Elektronische Counter" auch nur Hausnummern, keine Echtzeit.

    Wen das Geräusch des Counters stört (beim Umspulen) kann den Riemen aushängen, dann ist Ruhe

    Wer wirklich einen Echtzeit-Zähler benötigt, der tut besser daran, sich eine PR99 MKII oder MKIII zu beschaffen,
    anstatt an einer A / B77 herumzubasteln mit fragwürdigem Ergebnis.

Quartz Control
  für B77  und PR99

Es wird in einer High-End Seite behauptet,
die Revox  B77 und  PR99  hätten bereits eine PLL- Capstanregelung. Das ist nicht richtig.
Die Geschwindigkeitssteuerung der B77 und PR99  ist mit einem "freilaufenden Monoflop" ausgeführt.
Was nach Freiheit , Landwirtschaft und Eierproduktion klingt - freilaufend - ist hier aber nicht von Vorteil,
denn die Bandgeschwindigkeit ist damit leicht variabel , je nach Temperatur, Einschaltdauer
und Netzspannung.
Diese Einflüsse werden durch die Quartz Control ausgeregelt und die Capstangeschwindigkeit konstant gehalten.
Näheres auf der Seite  Quartz Control Information

    Einige Kunden haben die Quartz Control auch in ihre A77 mit der neueren IC-Capstan Speed Control eingebaut.

PR99  Pievox Remote Adapter für Revox B202  an PR99
Der B202 ist - obwohl der 9pol Stecker passen würde -  nicht  zum direkten Anschluß an der PR99 geeignet.
Die PR99 wird durch das direkte Anstecken sogar beschädigt. !
Näheres auf der Seite   Information Adapter

DIe Pievox -Zubehörgeräte in der Übersicht der Geräte                                            

A77 Play Logik   ermöglich während Schnell-Wickeln FF  / REW auf Play zu schalten

A77_Mute  Einschaltverzögerung (Mute)  vermeidet den Wumms beim Ein- und Auschalten oder wenn man die Geschwindigkeit  umschaltet

B202_A77 Remote Adapter  Ermöglich die Steuerung der A77 mit der Revox Infra Rot Fernsteuerung 
Der Revox B202 Empfänger ist zusätzlich erforderlich!

A77_MET   gegen den VU-Meter Zeigerschlag beim Ein-und Ausschalten
      
A700
Pause Memory  für A700  ermöglich die Steuerung der Pause am Gerät und per Fernbedienung (Kabel - oder über Revox B202 )
Der Revox B202 Empfänger mit Stecker für die A700  ist zusätzlich erforderlich!

 
B77
Pause Memory  für B77  ermöglich die Steuerung der Pause am Gerät und per Fernbedienung (Kabel - oder über Revox B202 )
Der Revox B202 Empfänger ist zusätzlich erforderlich!

Quartz Control   Immer gleiche Capstangeschwindigkeit heute und nach Jahren.

PR99   Pause Memory für PR99  ermöglich die Steuerung der Pause am Gerät und per Fernbedienung (Kabel - oder über Revox B202 )
Bei der PR99 ist zusätzlich noch der Remote Adapter  B202_PR99  und der Revox B202 Empfänger erforderlich!

Quartz Control  Immer gleiche Capstangeschwindigkeit heute und nach Jahren.

Remote Adapter  B202_PR99   Ermöglich die Steuerung der Revox  PR99 mit der Revox Infra Rot Fernsteuerung 
Der Revox B202 Empfänger ist zusätzlich erforderlich!

    

          Revox Tonbandgeräte-Service konkret:
          
Zum Thema:   A77 aus dem Gehäuse nehmen:

Weil ich gerade wieder eine Geschichte gelesen habe, wie man - angeblich - das Gehäuse von der A77 abzieht:
"Man lege die A77 mit der Frontseite auf den Tisch.... und ziehe dann das Gehäuse ab... "

Das ist eine gute Anleitung, um schnell einen großen Schaden anzurichten,
denn weder  
die Wickeldorne, noch die Drehknöpfe und Potentiometer dahinter sind für das Gewicht der A77 ausgelegt.

Der Originaltext ist in englisch  aber man fragt sich schon... was das für "Fachleute" sind, die da herumdilettieren.

"Take the remote plug out - place the machine face down on the bench - then undo the 4 screws on the rear of the cabinet."
Quelle http://www.reelaudio.co.uk/A77Service.shtml
" The Home for Vintage Analogue Tape Recorder and Specialist Repairs Information  "  

Gute Nacht, sage ich da nur.

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Wie nehme ich die A77 aus dem Gehäuse?
Das Gerät steht aufrecht , die 4 Schrauben rückseitig entfernt und der Remote Dummy-Stecker.
Dann drücke ich sanft aber stetig durch die Gehäuseöffnung an den Microphonbuchsen und an den Lautsprecherbuchsen das Gerät aus dem Gehäuse.
 Manchmal muß man ein bißchen mit dem Gehäuse wackeln, um die Haftung an den Gummis zu lösen, aber es hat IMMER funktioniert und nie ist ein Schaden entstanden,

Die einzige denkbare Möglichkeit, die A77 auf das "Gesicht" zu legen, ist, auf entsprechend formgenaue gepolsterte Holzstücke, die das Gerät an den Kunststoffteilen großflächig aufliegen lassen.


Achtung: Warnung !
Nie ein Tonbandgerät auf die Frontseite legen, denn die Knöpfe, Potentiometer Tasten und
Bandspulenverriegelung sind für diese Belastung NICHT vorgesehn.




           Allgemeiner Service       

       
                              
Köpfe Putzen

                              Hier ist ein Film zu sehen:  http://www.revox.name     

So geht es mit Sicherheit nicht.!! 
Nach dieser Behandlung ist die Justage mit einem Justierband zur Spalteinstellung nötig.
Wer die Köpfe so hart anpackt, der schafft sich ein Problem ......

Machen Sie sich klar: Die aufgenommene Wellenlänge bei 19cm/s = 190mm/s beträgt bei 10 kHz  19um !!
Der Kopf soll aber mindestens 36 Grad genau stehen, d. h. 1/10  der Wellenlänge,  macht  1,9um.

 Damit ist klar, daß das mit dieser Kopfputz-Methode nicht zu erreichen ist.

Also ohne den Kopf nicht seitlich anfassen, nur mit "sanftem" Druck in der  Bandauflagerichtung putzen.

    
                          Köpfe entmagnetisieren:

Ich rate vom zu vielen Herumfummeln mit einer Drossel an den Köpfen ab.
Die im Handel erhältlichen Drosseln sind für den,
der damit umgehen kann
verwendbar, aber OPTIMAL sind die nicht.
  Wie kann man magnetisierte Tonköpfe feststellen ?
      Diese Frage wird oft gestellt.
      Früher gab es von Agfa ein sogenanntes Sprossenband - oder auch
      Symmetrierband genannt, bei dem die Magnetschicht nicht linear, sondern
      als Querstreifen mit Unterbrechungen aufgebracht war.
      Dieses Band ist aber nicht mehr erhältlich, damit bleibt nur im Zweifelsfall die 
      Köpfe zu Entmagnetisieren.
      Der eigentliche Zweck des Symmetrierbandes war, bei den Vormagnetisierungs-
      generatoren (noch mit Röhren) deren Unsymmetrie
auf geringstes Geräusch-Rattern
     
auszutrimmen.  Daher der Name.

Eine einfache Methode
Man nehme :  Ein Stück gelöschtes Band (Bandrest) und wickle etwa auf Mitte - also gleiche Wickel links wie rechts.
Zählwerk auf Null stellen = Ausgangsposition

Weiter bei ausgeschaltetem Gerät:
Bei Revox B77 etc.  bringt man nun das Band  an die Köpfe, indem man den Andruckarm von Hand nach oben bewegt, dann legt sich das Band an den/die  Kopfspiegel.
Und wieder abheben,  nun zieht man das Band von Hand 3-5cm weiter.  
  Das Ganze ca. 20x  durchführen dann Zählwerk ablesen = Endposition

Dann Gerät einschalten auf Wiedergabe,
 das Band zurückspulen vor die Ausgangsposition.  
Wiedergabe starten .
Wenn nun ab dem Zählwerk Stand  "0000"  bis zur Endposition
an den Stellen der einzelnen Kopfkontakte 
ein Poltern hörbar ist, deutet das auf eine Magnetisierung des Kopfes oder anderer Bandlaufelemente hin,
die ihre Spur auf dem Band hinterlassen hat.


Wenn nichts hörbar ist, ist keine Aktivität erforderlich mit Entmagnetisieren etc.



  
  Die ganz optimale Drossel ist die von AMPEX mit den beiden gebogenen Polschuhen.
  Damit kommt man überall hin, auch bei der A77!
  Betrieben wird die Drossel idealerweise an einem Regeltrafo.

  Drosseln dieser Art wurden auch von Studer verwendet.

  Das Entmagnetisieren geht dann folgendermaßen:
  Mit dem Regeltrafo in Stellung "Null" plaziert man die Drossel vor den Kopf.
  Dann wird der Regeltrafo langsam (ca. 5 sec.) hochgefahren, und dann wieder langsam
 auf Null gedreht.

  Weiter gehts zum nächsten Kopf oder was immer entmagnetisiert werden soll,
  Regeltrafo langsam hochfahren .... und dann wieder langsam auf Null ...........
    
       Die Polschuh-Spitzen sind mit einem Stück Silikonschlauch
       gegen direkte Berührung des Kopfspiegels geschützt

Diese Entmagnetisier-Drosseln werden in Europa so gut wie nie angeboten,
sind aber aus den USA für geringen Tarif zu haben.
Das sind dann natürlich 117V - Geräte. Um diese Drosseln dann hier zu betreiben
gibt es für ca. 10 Euro Vorschalt-Steckertrafos 230 auf 110V .

Und dann sind die Drosseln hier einwandfrei zu betreiben.

Aber - wie schon erwähnt -
auf einwandfreien wackelkontaktfreien Anschluß achten !

     

   
 

Kann man beim Entmagnetisieren etwas beschädigen?


Ganz wichtig ist es, unbedingt auf wackelfreie Steckkontakte des Netzsteckers der Drossel zu achten.

Denn jede Unterbrechung des Netzkontaktes während des Entmagnetsierens
führte zum Gegenteil - die Köpfe würden magnetisiert.






Kann das Tonbandgerät durch das Entmagnetisieren beschädigt werden?

Gemessene Werte  an einem Revox Zweispur  Wiedergabekopf:
 mit  Ampex Drossel  150mV,  mit Akay Drossel AH-9  bis 300mV 

Darf - oder soll - das Tonbandgerät eingeschaltet sein beim Entmagnetisieren ?
Hier gibt es unterschiedliche Meinungen, ob muß oder darf.

Technisch gesehen:
Wiedergabe-Kopf: Mit dem oben gemessenen Wert ist eine Beschädigung Wiedergabe-Verstärkers kaum möglich - egal ob das Gerät eingeschaltet ist oder nicht.

Aufnahmekopf: Im Standby Betrieb z.B. bei der Revox  A77 / B77 / PR99 sind
die Aufnahmeköpfe per Relais abgeschaltet bzw kurzgeschlossen.

Löschkopf: Auch hier ist schwerlich eine Beschädigung der Schaltung vorstellbar.

Also kein Grund zur Unruhe.
Ich habe noch nie einen Schaden vom Entmagnetisieren bei ausgeschaltetem Gerät
selbst erlebt noch von einem Schadensfall aus verläßlicher Quelle gehört.



Den Bandlauf justieren

Ich vermute mal, daß fast alle Bandgeräte heute mechanisch kaputt-repariert sind.

Es sieht so einfach aus und es sind so schön viele Schrauben, an denen man Drehen kann - und dann auch dreht - um "den Klang zu verbessern".

Bei meiner PR99 von einem Tonstudio gekauft - von Technikern gewartet !
waren die Scheiben unter dem linken Kugellager falsch angeordnet, wodurch  der Bandeinlauf 0,2mm zu breit war,
die Folge waren übermäßige Phasenschwankungen.

Am 5.12.2016 hatte ich einen B77-Kopfträger auf der Meßplatte: Die Köpfe waren 1A , aber
der Auslaufpoller aber 0,2mm zu tief, hier fehlte die Abstimmscheibe .

Ich unterstelle keine böse Absicht, einfach nur Unwissen und Modifizierungsdrang.
Es wird einfach alles auseinandergeschraubt - und dann irgendwie mit den Scheiben wieder zusammengeschraubt.
0,2 mm sieht man nicht.
Will man das Nachmessen, muß man den Kopträger ausbauen und auf einer Meßplatte vermessen und auf Sollmaß justieren.
Die ganze Anlage mit Meßplatte + Höhen-Meßeinrichtung + Spezial-Lineal (6,3mm) kostet ca. 1000 Euro.

Eine verstellte  Zenit -Einstellung - das sind die Schrauben vor und hinter dem Kopf - läßt sich - genau - nur bei ausgebautem Kopfträger
auf der Meßplatte wieder korrekt  einstellen.

Genauso die Bandführung vor dem Capstan, wenn die verstellt ist.

Ich habe mir hier mal von allen meinen Geräten und mehreren Kopfträgern die Maße abgenommen:  A77, B77, PR99, B67 MKII und A80R
Für die B62 gibt es eine offizielle Studer Zeichnung zur Bandlaufhöhe.



Höhe  der Einlaufrolle

Höhe und Zenit Aufnahmekopf

Höhe und Zenit  Wiedergabekopf


Höhe der Bandführung


          Reparaturtips für Revox Tonband Geräte

   Welche Ersatzteile  soll man kaufen?
Preise  Billig billig  oder höchste Qualität  ?

    Am Beispiel  Ersatz für Verstärkermodul A101   in Studer Geräten:
    Hier gibt es ungeprüfte Bastelangebote (billig) 
    contra sorgfältig gefertigte und auf  Funktion und Rauschen GEPRÜFTE  Pievox - Module.

    Das ist natürlich durch die vielen Fertigungsschritte erheblich kostenträchtiger.
    Ich meine, wer in eine Studer A80 / B62 billige Ersatzteile einbaut, muß sich schon fragen lassen,  ob er nicht das falsche Tonbandgerät repariert.
    Denn es geht um paar Euro - für die er den Erfolg seiner Bemühungen gefährdet.

    Oder Cermet Potentiometer für Trimpots in Revox und Studer Geräten A77  / B77 /  PR99
      
    Und noch viele Beispiele könnten folgen ,   z.B. Relais - no name China Relais  - oder für paar Cent mehr - solide garantierte Industrieware.
    Gerade an Stellen, an denen kleine Ströme und Spannungen geschaltet werden, ist die Goldauflage an den Kontakten unabdingbar.
    Es ist stark anzunehmen, daß gerade das teure Gold bei den Billigrelais eingespart wird.


    Über  die  RIFA - Kondensatoren - die honigelben Zeitbomben - oder "Knallfrösche"

        Der spektakulärste Fehler, der die Studer Geräte befällt, ist der Abbrand der Rifa Kondensatoren.
        Das gibt schon einen Adrenalinstoß, wenn es plötzlich knallt und bretzelt, raucht und stinkt.
        Da kommt Angst auf.
        Der Ersatz ist meistens einfach - und es ist kein Totalschaden - wie klevere Händler behaupten und dem unbedarften
        Kunden das Gerät  für paar Euro abschwatzen.
            " Ist auch wegen der Entsorgung  und so " --  und nächste Woche steht das Gerät zum Verkauf  für 1000 €.

Wobei man noch unterscheiden muß - ist es ein echter  X2 Fall, also liegt der Kondensator an der Netzleitung,
oder
 wie in der A77  als Funkenlöscher über den sekundärseitigen  Relaiskontakten oder über dem Capstan-Regeltransistor.

Wenn der Rifa 
über dem Capstan-Regeltransistor durchschlägt , geht nur die Motorgeschwindigkeit auf maximale Drehzahl.
 Der Rifa wird nicht mal erkennbare Spuren haben außer Rissen.
Im Falle der
A77  Funkenlöscher-Rifas laufen die Wickelmotoren mit voller Kraft an  und der serielle 4,7 Ohm Widerstand wird verbrennen.


        A77 Tonband-Gerät

                ACHTUNG, Wenn die A77 aus dem Gehäuse genommen wird, ist die Netzversorgung unterbrochen!
                Ich empfehle, um dennoch das Gerät in Betrieb zu nehmen, den Sicherheits-Brückenstecker aus dem Gehäuse
        auszubauen und in den Sockel einzustecken.

        Die nötige Sorgfalt beim Arbeiten an der Maschine, die am Netz angeschlossen ist, wird aber dann  vorausgesetzt!
        Also immer dran denken, es könnte irgendwo eine offene Kontaktstelle sein.
        Z.B.  am Netzschalter. Habe schon öfter Leute ganz furchtbar schimpfen gehört,
        weil die Kontakte nicht abgedeckt sind  bei der B77.

  
Über den Bandzug    bei Play und Wickeln bei Revox A77  in Standard-Version
Es ist nicht sonderlich schwierig aus dem Schema zu entnehmen,
daß
der linke Wickelmotor- Fußpunkt an einer 6V Anzapfung des Trafos (D12) angeschlossen ist,
somit immer 6V geringere Spannung erhält als der rechte Wickelmotor, der an 0V des Trafos  (E7) angeschlossen ist.

Beim Play und Record Betrieb werden beide Wickelmotore über den Kontakt a 6-10 aus einer Trafospannung gespeist werden, die
je nach Wickelkerngröße umschaltbar ist. 41 / 55V für den rechten Wickelmotor, 6V weniger für den linken Motor.

Beim Wickeln wird der Aufwickelzug von der Trafospannung 105V für den rechten Motor / 99V für den linken Wickelmotor,
 und der Abwickelzug über einen Widerstand R125 erzeugt. Dies erfolgt UNABHÄNGIG von der Wickelkerngröße.

Sonderfall A77 ORF
Bei der A77 in ORF-Version ist durch ein zusätzliches Relais auch beim Wickeln mit großem Wickelkern
der Bandzug der Abwickelspule erhöht, indem ein zweiter Widerstand 1,2k parallelgeschaltet wird.
Um dem Aufwickelmotor die nötige Kraft zu geben, ist bei der A77 ORF die Wickelmotorspannung auf 130V bzw. 150V erhöht
von der Spannung des Capstanmotors  abgeleitet.

Unterschiede zur Revox B77

Bei der B77 und PR99 werden die Spannungen vom Netztrafo per Triacs  geschaltet .

Bei der Wickelkraft ist zwischen der A77 und B77  kaum ein Unterschied:
Die Spannung für die Wickelmotore vom Trafo beträgt 110V (B77)  statt  105V (A77)

Holdback tension  bei Play und Record bei der B77sind die
Trafo Spannungen  43V  und 55V  zu  42V und 55V bei der A77.
Die Motore sind vermutlich elektrisch ziemlich gleich .

Bei der B77 ist die Netztrafo-Wicklung des Capstans getrennt

Falsche Information im Internet:
Die Revox A77 hat nun wirklich keine elektronisch geregelten Wickelmotore  und der Capstanmotor ist zwar elektronisch geregelt, aber nicht auf Quartz-Referenz.
Quelle der Fehlinformation   http://www.reeltoreel.de/Revox/A77.htm


Rechter Wickelteller rattert  bei A77 oder B77
Dieses Geräusch tritt plötzlich auf, z.B. nachdem man eine Bandspule frisch aufgelegt hat und das Band eingefädelt wurde.
Etwa 3x pro Umdrehung des rechten Wickeltellers macht es klick ....

Die Ursache ist einfach: Das Zählwerk ist bei der Aktion des Bandeinfädelns nur ganz langsam bewegt worden,
und die Umschaltung auf die nächste Ziffer  ist nur zur Hälfte erfolgt, das Zählwerk ist zuzusagen im "Umschaltmodus" hängengeblieben.

Abhilfe: Einmal auf die Null-Taste am Zählwerk drücken bringt die Zahnräder des Zählwerks wieder in Eingriff.



            Steuer-Elektronik

  

            Fehler  und  Symptome:  Was oft vorkommt:

A77  Standard Version - ohne Dolby
    Wickeln und Play funktioniert plötzlich nicht mehr - nach dem Putzen / Transport etc. 

    Mögliche Ursache -> Der "Reel motors off" Drucktaster unter der Klappe wurde irrtümlich gedrückt.

Taste nicht gedrückt  - Normalstellung
Taste gedrückt  - Tape dump - Betrieb



    Diese Funktion "Tape dump" ist ziemlich einmalig bei einem Amateurgerät.
    Was ist Tape dump?
     "Tape dump = Papierkorbbetrieb, weil das Band abgehört wird, aber nicht mehr aufgewickelt,
    sondern z.B. bei Versprechern - als Verschnitt eben im Papierkorb landet.
    So billig war das Bandmaterial damals !
    Und weil diese Funktion "Tape dump" so gut wie nie benutzt wird,
    und eben ungewöhnlich in einem Amateurgerät ist, denkt man nicht daran,
    daß es diese Taste gibt, die die Wickelmotore abschaltet, sondern vermutet sofort einen schlimmen Fehler in der A77 
    wenn Wickeln und Play nicht mehr "richtig" funktionieren.
    > Also- keine Panik - Reel Motors off Taste wieder auslösen, dann gehts.
   

    A77   Die Bandlauffunktionen sind nur aktiv, solange auf die Taste gedrückt wird.
                Ursache:  Der Blindstecker (am Remote-Anschluß) fehlt   oder  ein Fehler in der Band - Endabschaltung

    A77  Band-Endabschaltung reagiert nicht:    Lämpchen prüfen und ersetzen

    A77  Band zeigt Schlaufenbildung rechts vom Capstan beim Start  von Play oder Record:
            Besonders bei Verwendung von Alu Spulen und voller Spule rechts
            Ursache:   Der Startkick der Aufwickelspule  ist zu kurz oder fehlt ganz. 
                Den  500uF - Elko auf der Steuerungsplatine checken auf  Kapazitätsverlust

    A77 Allgemeine Funktionsstörungen:
             Die Relais-Kontakte sind evtl. oxidiert
             Relais versuchsweise vertauschen oder gleich erneuern



            Allgemeiner Service  Mechanik  A77
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Zählwerk geht nicht  - >  entweder Riemen vom rechten Wickelteller gerissen  -> ersetzen nach Anleitung im Service Manual 
Der grundsätzliche Zähler-Antrieb erfolgt vom rechten Wickelteller über einen langen Gummiriemen.
Der Einbau des neuen Riemens schon etwas aufwändiger, da nach dem Abnehmen der Frontplatte
auch das Bremsband demontiert werden muß, um den neuen Riemen aufzuziehen.
Sauber arbeiten und Bremsbelag nicht mit den Fingern berühren.
Evtl. muß die Bremse nachgestellt werden, da nach der Montage das Bremsband geringfügig anders anliegt.
Würde nicht empfehlen das Einbauen des langen Zählwerksriemens nebenbei schnell mal erledigen zu wollen.
Ist eine Sache, die man bei einer größeren Wartungsarbeit eben weil auch die Bremse

          oder ,  wenn ein Bandzähler der Bauform mit einem Zahnriemen eingebaut ist,
den Zahnriemen ersetzen oder - zu einem bedeutend geringeren Tarif - durch 2 passene O-Ringe 29x1 ersetzen.
Ja, aber -  jaulen die Präzisionsfüchse auf, da gibt es Schlupf - ein 
Zahnriemen hat keinen Schlupf.
Das ist richtig.
Ist aber bei der Gesamtbetrachtung wieder relativiert, denn die
Ankopplung an den Wickelteller erfolgt wie ?
Mit einem gewöhnlichen Rundriemen. Und der Schlupf ? Kein Thema.
Ist doch eh nur eine Wasseruhr, der Zähler.
... bevorzuge die Zahnriemenversion trotzdem, weil ich bei Revox Geräten stets bemüht bin, 
so nahe wie möglich am Originalzustand zu bleiben.

Würde sagen, soll jeder selber entscheiden ob ihm die Anwesenheit eines Zahnriemens  5 Euro Wert ist, an einem Zahlwerk, das
prinzipbedingt nur "Hausnummern" anzeigt.

Das Zählwerk mit zwei O-Ringen als  Ersatz  für den Zahnriemen -  läuft seit Jahren ohne Probleme in meinen A77 und B77
Bei Interesse Abmessungen der Ringe auf Anfrage





    Zählwerk klackert      - > Schmierung der Kunststoffteile  mit weißer Paste, aber evtl. hat sich auch der Kunststoff verzogen,
                                                    dann hilft nur Auswechseln  - oder  - radikal - Riemen abhängen, wenn das Zählwerk nicht benutzt wird.

    Netz Einschalt-Anzeige Lämpchen ersetzen  durch LED
Mir persönlich gefällt es besser, wenn im Originalzustand ein Lämpchen eingesetzt war, wieder eines einzusetzen. Halten meistens 10Jahre.
Eine LED hält natürlich länger, erfordert aber etwas Umbau durch einen Vorwiderstand, der im Leitungszug eingelötet werden muß.
Als Nebeneffekt kann auftreten , daß z.B. wenn eine A77_Mute eingebaut ist, die auf die Verhältnisse einer Standard-A77 ausgelegt ist,
daß die Plop-Unterdrückung beim Abschalten zu spät kommt,  weil die Last auf der 24V Leitung zu klein ist.
Dann muß man nachhelfen und eine reine Last 2x 1,2 k  1W  parallelgeschaltet einbauen, um das Entladen des 24V Netzteil-Elkos zu beschleunigen.

    Anzeigeinstrumente und Lämpchen ersetzen   sollte für den halbwegs Talentierten keine Schwierigkeit sein

    Bremsen, Zugkraft prüfen / messen    nach Service-Anleitung durchzuführen

    Wickelzug zu schwach:  Evtl. MP Motor-Kondensatoren auf Kapazität prüfen / messen
             evtl. vorher  Motor Zugkraft prüfen / messen   
             Meßwerte hier   Technische Details

    Kugellager an der Aufwickelseite des Kopfträgers: Ist Geschmacksache, im Originalzustand nicht vorgesehen.

        Hier habe ich auch schon Geschichten gehört, die einem die letzten Haare raufen und ausgehen lassen.
        Statt des Pollers  wurde - ohne zusätzliche Scheiben - ein Kugellager eingebaut, das dann aber klemmte und nicht lief.
        Hat der Bastler aber nicht bemerkt.
        Was er bemerkte, war, daß das Wickeln nun bei einer fast vollen Spule links  oder rechts nicht mehr ging.
        Ist ja auch klar, die Bandkantenwurden in dem zu schmalen Kanal am Kugellager um den Radius gewurstelt,
        mit der dabei auftretenden Reibung  war der Wickelzug aufgebraucht.


        Wenn rechts bereits ein Kugellager eingebaut ist,  bei Gelegenheit mal  Demontieren und Prüfen ob der Aufbau der Skizze unten entspricht.
        Falls Abweichungen davon sind, kann es sein, daß der Vorbesitzer oder wer auch immer, die Höhen-Abstimmscheibe dem Kanal
        beigepackt hat mit der Folge, daß der Wickel etwas unregelmäßiger wird und nicht mehr in der Mitte  der Spule liegt.

        Also: Wenn rechts ein Kugellager eingebaut werden soll, beim Demontieren GENAU darauf achten ob eine Abstimmscheibe
        unter dem rechten unteren Hartmetallteller der Bandführung eingebaut war und wieder dort darunter einbauen.
        Zusätzlich zum Kugellager je eine Abstimmscheibe 0,15mm unter und über das Kugellager packen, dann der obere Hartmetallteller.

        Aufbauzeichnung
 
        Dieser obere Aufbau mit dem Kugellager gilt übrigens auch für die Kugellager-Montage auf der linken Seite des Kopfträgers.
        Wenn hier die Abstimmscheibe dem Kugellager beigepackt wurde, ist mit erhöhten Phasenschwankungen und unruhigerem Lauf des Bandes
        an den Köpfen zu rechnen.
        Also wenn bei der Azimutheinstellung  von Wiedergabe oder Aufnahmekopf-  trotz gutem Bandmaterials  die Phase herumtanzt -
        an diese Fehlermöglichkeit denken. Hatte ich bei einer gebrauchten PR99.
     
        Die korrekte Höhe der Bandführungen und damit der theoretisch ideale Bandlauf und die Wickelhöhe  läßt sich nur durch Ausbau des Kopfträgers
        und aufwendiger Justage nach der Methode wie oben beschrieben 
Den Bandlauf justieren auf der Meßplatte wieder herstellen.

    Kugellager der Wickelmotoren ersetzen  ist schon eine Arbeit, die mehr Fachwissen und Werkzeug voraussetzt.
        Meistens ist der Tausch mit gebrauchten Wickelmotoren, die noch besser in Schuß sind, der einfachere Weg.


    Capstan Gleitlager Ölen
        Obwohl nach Service-Anleitung "auf Lebensdauer geschmiert"  ist zu bedenken, daß die Capstan Motoren 
        sicherlich nicht auf 20, 30 oder 40 Jahre geschmiert wurden !!!

         Wer nicht schmiert, der ruiniert das Capstan-Gleitlager nach einiger  Zeit des Trockenlaufs.
        Zumindest erhält er ein deutlich reibendes Geräusch.  Wer s mag.....  Ich tu lieber ein paarTropfen PDP 65  rein.

        Aber auch hier VORSICHT!  Es gibt Studer Capstans mit rotem Aufkleber, die sind bei der Produktion mit
        einem anderen Öl getränkt worden. Für diese Capstanlager  kein PDP65 verwenden !!!!!




        Revox  B77 Tonband-Gerät


    Gleichlaufschwankungen  Ursache:       Band  falsch  eingelegt  


 
   Bei der B77 kann es passieren -  
  wenn man ohne die Kopfträgerabdeckung - z.B. weil man gerade geputzt hat -
  das Band einfädelt , daß man hinter den Bandabhebebolzen vorbei einlegt.

FALSCH EINGELEGT
V
  Bei "Play" ergibt sich dann der Bandlauf nach dem Löschkopf um den Bolzen

Durch die ungleichmäßige Bremswirkung entstehen  Gleichlaufschwankungen.

V

      Steuer-Elektronik  Tape drive control

Wenn die "Tape drive control" Probleme macht

     hier habe ich meine Methode und Lösungen  aus der Page genommen, denn es gibt leider Leute, die sich
     mit anderer Leute  -  meiner  -  Arbeit Geld verdienen.
 


     Auf die Frage : Weshalb hat man bei Revox das nicht  eingebaut?
                Ich denke, es war nicht einfach eine Sparmaßnahme. Das Wissen und die Gefahren durch Alterung - und im Laufe der Produktion schnell technisch "besser"
                werdende Komponenten waren einfach in dieser Zeit nicht vorauszusehen. Das Wissen der Ingenieure war ja einige Jahre alt und evtl. noch aus der Röhrenzeit.

                Und die Jungen, die haben andere Fehler gemacht, wie an den Revox - Geräten  A50, A722, und B251 dokumentiert ist.
                Insofern - einfach das Wissen unserer Zeit anwenden  - und gut ist es. 
      

      Weitere Verbessung der Stabilität bei Geräten der ersten Serien mit 78M20  
        ist das Abblocken des integrierten Spannungsreglers  78M20 auf der Netzteilplatine mit 10uF Elkos (zumindest 100nF Kerkos )
        an Eingang und Ausgang des 78M20  gegen den Mittelpunkt-Anschluß.


Netzteil  78M20  mit Abblock-Kondensatoren


    Wenn der 7820 defekt ist
   
     Hier habe ich eine einfache Lösung, die ich aber eben wieder nur meinen treuen Kunden zugänglich machen werde.
      

       Wer es noch weiter treiben will
       10nF Kondensatoren über den Dioden des Gleichrichters dämpfen die Strom-Abrißschwingungen der Silizium Dioden




Wie man eine  A77 / B77 / PR99 Capstan-Steuerungsplatine außerhalb des Gerätes - auf dem Labortisch -

auf Funktion prüfen und vorjustieren kann ...



Auch hier wieder - nur für meine "Fans" 


       

           
        Audio Elektronik

             
           Verstärker Elektronik

Transistoren ersetzen: Wird von vielen, die an den Geräten Herumschrauben, als High-End Modifikation verkauft.
Ist aber in den meisten Fällen nur eine Beschäftigungstherapie, denn mit den neuen Transistoren klingt es wie vorher,
außer es war wirklich ein defekter Transistor dabei, was sehr - sehr selten der Fall ist
Ich hatte mehrere Tage Stunden mit einer Beratung verbracht - ein "Reparateur" hatte - gut gemeint - alle Transistoren
des Wiedergabeverstärkers mit BC109 C ersetzt, mit der Folge, daß Knackstörungen auftraten.
Und es waren nicht die Koppel-Kondensatoren - sondern HF - Schwingungen durch die zu große Verstärkung.
Erst nach dem erneuten Wechseln auf Transistoren mit  Stromverstärkung B  war der Spuk vorbei.

           Elkos ersetzen: Kann man vorbeugend machen.  Zwei meßbare Fehler können auftreten :  Kapazitätsverlust und erhöhter Leckstrom.
                      Äußert sich in Schalterknacken  beim Umschalten Input - Tape

          Das Elko Thema 
                    Es empfiehlt sich , bei der B77 und PR99  am Ausgang des Rec amps
                    konsequent auf Leckstrom geprüfte Elkos  - besser TA-Elkos - einzubauen.
                    Das Nachformieren nach Lagerung ohne  Spannung  dauert bei AL Elkos  3h ... 12h, TA-Perlen haben nach
                     ca. 1h den Minimalwert des Leckstrom erreicht.

                    Die so formierten TA-Perlen haben beim Wiedereinschalten des Gerätes nach ca. 3 Minuten wieder ihren minimalen Sperr-Leckstrom
                    d.h  nach dem Einschalten des Gerätes diese Zeit abwarten bis mit der Aufnahme begonnen wird, dann gibt es keinen Start-Blip mehr
                    (oder - wenn Pievox Pause Memory einbeut ist - mit "Pause" die Aufnahme vorbereiten und mit "Pause" starten.)
                    Zum Thema Elko Reststrom Messen  ist hier meine Information:      https://www.pievox.de/Elko-Thema.html

                    Das ist kein "High End Schmarren", sondern ich habe das erforscht und durch Serienmessung an neuen Elkos aus der Lieferbox festgestellt.
                    Es ist auch so, daß Elkos mit höherer Spannung einen höheren Leckstrom aufweisen dürfen.
                    Das ist auch der Grund, weshalb es Elkos in verschiedenen Spannungsfestigkeiten im Angebot gibt.
                    Also überall generell 100V Elkos einzubauen ist kontraproduktiv.

                    Trimpotis der Verstärkerkarten ersetzen: Kann erforderlich sein, wenn man neu einmessen will, oder die Wiedergabe justiert werden soll.
                    Dann gehen oft die Potis kaputt, der Schleifer bricht ab.
Dann muß ein Ersatz eingelötet werden, und sinnvoller Weise die Maschine erst  wiedergabeseitig eingestellt ,
                    und dann die Aufnahme eingemessen werden. 
                    Auch hier gilt vorab : Köpfe putzen


Kann man in den Rec Amps  25k Pot verwenden bei A77 und B77 statt der  20k Pot ?

Was tun, wenn es heute nur noch den "Nennwert" 25k gibt?

Potentiometer hatten und haben Toleranzen, und ein Blick in die Stückliste der
A77 zeigt,
daß hier in der Position des Aufnahmeverstärkers für die Rec EQ Pot  20k +/-10% gefordert werden.

Bei der B77 sind bei ansonsten fast identischer Schaltung im Aufnahmeverst. für die Rec EQ Pot  bereits 22k verwendet,
    deren Toleranz mit +/-10% spezifiziert ist ,
somit Werte von 20k .. 24k  anzunehmen sind.

Eine Möglichkeit ist, aus den heute erhältlichen 25k Pot  solche mit geringerem Widerstandswert zu erhalten, indem
aus einer größeren Anzahl 25k Pot durch Ausmessen solche zu finden sind, die in dem Bereich um 22k liegen
    dieae und für diesen Einbauplatz 
in den Rec Amps verwenden.

An anderen Stellen (Pegel auf Rec- und Playback-Amp) können durchaus Pot mit höhem Widerstandswert eingebaut werden
wie auch aus den Stücklisten  (Toleranz +/-20%)  ersichtlich ist .



Über die 125 uF und 1600uF Elkos  bei den Revox  Geräten

Eines Tage erhalte ein Mail mit der Bitte  einer Einschätzung, ob das Tonbandgerät von der Werkstatt  verbastelt wurde.

Es sind bei einigen Platinen Elkos auf der Lötseite  zusätzlich aufgelötet  worden, und zwar ganze Ansammlungen.
Ja , da hat es der fleißige Reparateur zu genau genommen  und zu dem 100uF  einen 22u und eine 4,7uF dazu gelötet.
Beim 1600uF ein ähnliches Spiel: 1000u dazu  470uF  parallel mit 220u .

Braucht man das?
Nein - denn  wie im Artikel Anmerkungen zur Revox A77.html  beschrieben sind diese Werte 
unter Berücksichtigung  der - damals - größeren Toleranz  zur Sicherheit so bestimmt worden und als scheinbare  "Sonderanfertigung"
gestempelt worden.
Meine Messungen an diesern Elkos ergaben  beim 1600 uF  meistens Werte um 2000 uF , so daß ich der Meinung bin, das SIND 2200uF Elkos
Nix  1600uF
Ebenso bei den 125uF Elkos zu messen - eine gewaltige Plus-Toleranz ! Also 220uF einbauen und gut ist es.
Die Kapazität wird im Laufe der Zeit schon abnehmen..

Übrigens ist in den Schemas der PR99  MKII  im Wiedergabeverstärker  bereits ein 2,2mF Elko eingetragen..



Ersatz Fet  für 
die P-CH Fet  P1078  /  P1228E  /  SPF316 / WP146 

Ich konnte bisher keine Datenblätter dieser P-Ch Fet finden.
Deshalb muß man durch "Nachentwickeln" herausfinden, was da wohl optimal ist.
Die P-CH Fet  P1078  /  P1228E  /  SPF316 / WP146  haben im Pinning das  Gate rechts

Heute (2018)  lieferbar sind die P-Ch Fets  2N5460   und J175 
Vom Pinning wäre der 2N5460  passend 
Datenblatt Vds max  40V  Gate rechts   S  mitte
Allerding ist der Rds(on) nicht spezifiziert sondern nur rechnerisch aus den Datenblättern zu entnehmen .
Real gemessen wurden an 10 Stck ca. 470 Ohm Rds (on)

J175  Datenblatt  Vds max  30V  Gate mitte  S rechts  max Rds(on 125 Ohm , real gemessen wurden an 10Stck ca. 80 Ohm.
Das würde für niederohmige Schaltungen durchaus passen, der Fet muß aber verdreht eingebaut werden, da das Pinning
des J175 das Gate in der Mitte hat.

Zusammenfassend:
Es gibt bei FET einen Unterschied in der Anschlußbelegung, das muß erst auf der Platine geklärt werden, ist das Gate der mittlere Pin oder rechts.
Wenn man den On-Widerstand mit 5% der Impedanz in der Schaltung noch als akzeptabel hält , ist bei
einer Peripherie-Impedanz von 10k Ohm der 2N5460 gerade noch verwendbar.  Die Durchleitverluste wären dann ca 0,5% dB
Bei höheren Impedanzen z.B. B77 rec Muting mit ca. 20k Ohm ohne Frage verwendbar. Die Durchleitverluste sind hier ca 0,25% dB
Welchen Einfluß auf den Klirrfaktor die 5% Bahnwiderstand haben wäre eine andere Untersuchung.

In nieder ohmigeren Schaltungsbereichen wie im B67 Rec amp und Playback amp ist die Verwendung des J175 besser, mit gemessenen ca. 80 Ohm.
Die Durchleitverluste wären bei 10k Ohm dann unter  0,1% dB und auch der Einfluß auf den Klirr ist entsprechend geringer.
Nachteilig ist der optisch evtl. störende EInbau mit den verdrehten Pins des J175 FET anstelle von  P1078  /  P1228E  /  SPF316 und Konsorten.

Die Rds (on) Widerstände wurden in einer  Meßschaltung mit 1V
1kHz   über einem10k Vorwiderstand  mit einem HP8903A  ermittelt .




Zum Schluß noch der Evergreen:

Angeblicher Supertip 
    Ändern des Widerstandswertes von R 818 auf 15k  um eine höhere unverzerrte Ausgangsspannung am Line out zu haben.


Ausriß aus dem Schema der A77

Was ist davon zu halten?


Ich kann diese Änderung NICHT empfehlen, denn der scheinbare Gewinn der größeren Ausgangsspannung ist
nur von theoretischem Wert - praktisch aber nutzlos, denn
1. es wird nie eine solche hohe Spannung vom Tonkopf kommen. Das Band wäre bereits  in der Sättigung und der Klirrfaktor erheblich.
2.: Wohin mit einer Effektivspannung  von 5V? Ich kenne kein Gerät, das diesen Pegel benötigt.
Bei 2V ist im Amaterursektor der Standard Pegel von Tunern und CD Player. 

Aber der Nachteil der Änderung wird beim Anschluß eines Kopfhörers bemerkbar:
Die in diesem Falle mögliche Ausgangsspannung wird durch die Veränderung des Widerstandswertes kleiner, d.h.
es ist weniger Lautstärke in den Spitzen möglich.

Das Argument , bei der B77 wäre es auch so gemacht, entspricht nicht ganz der Realität sondern rechthaberischem Wunschdenken.
Die Schaltung bei der B77 ist  insgesamt anders und ein reiner  Line out, und
kein Kopfhörer-Ausgang.
Damit nicht vergleichbar


B77 und A77  Original
R818  10k mit im Vergleich  mit 15K Änderung

Unverzerrte Quellen Ausgangsspannung  an den Auskoppel-Elkos  bei RL 10k
A77 mit  10k   Ua  6,1V pk = 4,3V eff
A77  mit 15k   Ua  8,5V pk  = an der Buchse  8Vpk  = 5,7V eff.

Zum Vergleich  B77 Mit  15k  Ua  8,3V pk  an der Buchse  8Vpk   = 5,7V eff.

Aber hier ist der Nachteil:  KH  = Kopfhörer
Mit 200Ohm KH  Amp R818 10k  U out out direkt 5,5Vpk
Mit 200Ohm KH  Amp
R818 15k  U out out direkt 4Vpk   = - 3dB

Mit 600 Ohm KH  Amp
R818 10k  U out out direkt 6Vpk
Mit 600 Ohm KH  Amp
R818 15k  U out out direkt 5Vpk   = - 1,4dB